Wandern

Kistenstöckli (Muot da Rubi) 2745 m ü.M.

Gehzeit: ca. 1 h

Man könnte das Kistenstöckli auch den Kailash der Schweiz nennen. Stolz und mächtig trohnt es über der Bifertenhütte.

Der Aufstieg ist steil und führt zunächst westlich Richtung Limmernpass auf die Nordseite des Stöcklis. Hier überrascht der wunderschöne Tiefblick zum Limmernstausee. Von dort steigen wir eine durch Ketten gut gesicherte Felsstufe hoch, bis sich vor uns plötzlich eine riesige weite Ebene auftut. Maiästhetisch empfangen uns die vielen, bis mannshohen Steinmännchen.

Vor allem wer sich früh morgens zum Sonnenaufgang aufmacht, erlebt hier Mystik und Zauber pur, ein wahrer Kraftort der Berge.

Kistenpass (Pass Lembra) 2640 m ü.M. – Kalktrittli

Gehzeit: ca. 4½ h

Von der Bifertenhütte führt ein markierter Bergweg über den Kistenpass zur Muttseehütte. Der Weg ist geprägt von imposanten Tief- und Weitblicken zum türkisblauen Limmernsee, dem stolzen Tödi, Bifertenstock und Selbstsanft.

Interessant sind auch die geologischen Aspekte: verschiedenste Gesteinsformationen und Versteinerungen lassen sich im kargen Fels entdecken (z.B. Karstmorphologie, Pionierflora).

Wer ein scharfes Auge hat, erkennt in den steilen Felsbändern oft Steinböcke oder Gämsen, welche spielerisch im brüchigen Gelände klettern und uns neugierig betrachten.

Kurz nach dem Kistenpass lädt uns die kleine, direkt über dem Limmernsee gelegene Kistenpasshütte zum Verweilen ein.

Danach steigt man über viel Schotter hinab zur Muttseehütte, wo sich die Baustelle der AXPO befindet. Eines der bedeutenderen Ausbauprojekte ist «Linthal 2015». Ein neues, unterirdisch angelegtes Pumpspeicherwerk soll Wasser aus dem Limmernsee in den 630 m höher gelegenen Muttsee zurückpumpen und bei Bedarf wieder zur Stromproduktion nutzen. Das neue Werk soll eine Pumpleistung und eine Turbinenleistung von je 1000 MW aufweisen.

Nach der etwas ernüchternden Bergidylle verlassen wir die Baustelle und steigen den neu ausgebauten steilen Weg zur Bergstation Kalchtrittli ab. Die wenigen luftigen Stellen sind mit Ketten gesichert, sodass hier jedermann heil hinunter kommt.

Panixerpass 2407 m ü.M.

Gehzeit: bis Panixerpasshütte ca. 5 h, bis Elm Steinibach ca. 7-8 h

Von der Bifertenhütte führt der Weg nach Falla Lenn hinauf, dem Sattel zwischen Muttenbergen und Piz d’Artgas. Ungefähr die Höhe haltend geht’s durch die Cavorgia da Vuorz und zur Fourcla da Gavirolas. Nun schreiten wir stetig bergauf und -ab vorbei an der Alp da Bovs ins Tal der Aua dil Mer. Begleitet vom majestätisch wirkenden Hausstock gelangen wir über einen letzten steilen und gerölligen Schutthang auf den Panixerpass, wo wir die einfache Schutzhütte erreichen. Der Abstieg führt durch steiniges Gelände am Häxenseeli vorbei in die schluchtähnliche Gurglen. Am Ausgang der Gurglen öffnet sich das Tal und gibt den Blick frei auf die Weiden und Alpgebäude des Oberstafels. An der Fassung des Jetzbaches erreichen wir das Jetzloch. Dem Fahrweg folgend, gelangen wir zum Talgrund der Wichlen, überqueren die Sernf (Walenbrugg) und folgen der Strasse über Steinibach hinaus nach Elm.

Tourenvorschlag: 3-Tages-Passwanderung

1. Tag: Start in Linthal, Bahnhof. Mit dem Alpentaxi oder zu Fuss (ca. 1,5h) gelangen wir zur Talstation der Luftseilbahn KLL Tierfehd. Mit der Bahn geht's hoch bis zur Bergstation Kalktrittli.
Hier beginnt nun die eigentliche Wanderung. Begleitet von atemberaubenden Tiefblicken steigen wir hinauf zur 2501m hoch gelegenen Muttseehütte. Von der Hüttenterrasse aus können sie in nächster Nähe das Tun und Treiben der Mitarbeiter des Ausbauprojekt Linthal 2015 der AXPO bestaunen. Hier entsteht ein neues, unterirdisch angelegtes Pumpspeicherwerk.
Weiter wandern wir, immer hoch über dem Limmernsee, dem Kistenpass (2640m) zu. Von dort ist es nicht mehr weit zur Bifertenhütte (Gehzeit ca. 4,5h).

2. Tag: Von der Bifertenhütte führt uns der Weg über die Falla Lenn durch karge Steinlandschaft dem Panixerpass zu. Die Panixerpasshütte ist eine unbewartete Schutzhütte (20 Plätze) auf 2407m. Hier kann ebenfalls übernachtet werden (Gehzeit ca. 4,5h). Wer aber noch fit ist, steigt jetzt ab ins Glarnerland nach Wichlen. Von hier führt der Weg nochmals etwas hoch durch den Bergwald, bevor man die gemütliche Skihütte Erbs erreicht (Gehzeit ca. 7-8h)

3.Tag: Früh morgens brechen wir auf zur letzten Etappe über den Richetlipass. Nach freiwilligem Abstecher auf den Erbser Stock, erreichen wir die Wichlenmatt und anschliessend den Richetlipass (2261m). Immer im Blickfeld des Kärpf befinden wir uns hier im ältesten Wildschutzgebiets Europas. Wer Glück hat, kann hier auch Steinböcke beobachten. Nun erwartet uns ein steiler Abstieg ins Durnachtal. Dem Durnagel Bach entlang erreichen wir auf einer Fahrstrasse wieder unseren Ausgangspunkt Linthal. (Gehzeit ca. 8h)

Cruna dalla Surselva - Kronenwanderung

Die «Krone der Surselva» ist eine eindrucksvolle und teilweise herausfordernde Rundwanderung von Hütte zu Hütte in Graubünden. Sie verbindet alle sieben SAC Hütten in der Surselva, dem Vorderrheintal zwischen Flims und der Rheinquelle am Oberalppass inklusive der Talschaften Vals, Lugnez und Medel.

Genaue Hinweise zu sämtlichen Etappen mit den Kontaktinformationen aller Hütten Sie diesem Flyer entnehmen.

Die Tour hat das Potenzial, sich in die grossartigsten Weitwanderungen der Alpen einzureihen. Eingerahmt von verschiedenen 3000ern Graubündens führt sie durch romantische Bergdörfer, einsame Hochtäler wie die Greina Ebene, vorbei an Gletschern zu einmaligen geologischen Formationen und spektakulären Aussichtspunkten. Die insgesamt rund 130 Kilometer lange Route überwindet 8300 Höhenmeter im Aufstieg und 9300 Höhenmeter im Abstieg in 12 Etappen.
Die Route ist meist nicht schwierig und folgt mehrheitlich markierten Bergwanderwegen. Sie erfordert aber wegen der teils langen Teilstrecken und erheblicher Höhendifferenzen doch gute Kondition und Erfahrung im Gebirge.

Die Rundtour startet in Disentis und wird im Uhrzeigersinn begangen. Sie lässt sich in lohnende Teiletappen aufteilen.

 

Kurzübersicht

 

Länge km

Aufstieg Hm

Abstieg Hm

Gehzeit Std.

1

Disentis – Cavardiras

6.6

910

432

4.5

2

Cavardiras – Punteglias

15.4

1125

1460

8.0

3

Punteglias – Brigels

10.2

160

1180

4.0

4

Brigels – Biferten

9.7

1215

15

4.0

5

Biferten – Andiast

12.0

35

1415

4.0

6

Zerveila – Länta

11.0

420

220

3.0

7

Länta – Zerveila

10.5

810

1050

5.0

8

Vrin – Terri

10.5

1170

465

4.5

9

Terri Medleser

12.6

1060

735

7.0

10

Medelser – Fuorns

6.7

300

1365

4.0

11

Lukmanier – Maighels

17.5

1020

625

6.5

12

Maighels – Oberalppass

5.1

90

335

2.0

 Total

127.8

8315

9297

56.5

 Die Gehzeiten können je nach Verhältnissen varieren. Kurze Pausen sind eingerechnet.